Positionsanzeige.Sie sind hier: » Aktivitäten & Archive » Pressearchiv

Pressearchiv

Kein Geld für Hausmusiktage

Weser Kurier Anfang November 2004

Behörde lehnt Zuschuss ab

Von unserem Redakteur Peter Groth

Bremen. Bundesweit ist dieses kleine Festival einmalig: Immer im Herbst präsentiert der Deutsche Ton­künstlerverband in Bremen die Haus­musiktage. Zum 55. Mal findet diese traditionsreiche Veranstaltung vom 13. bis 21. November statt - in diesem Jahr allerdings steht die Hausmusikwoche unter keinem guten Stern. Nach Angaben von Verbandssprecher Hans Wilhelm Kauf­mann muss die Hausmusikwoche in ihrem 55. Jahr zum ersten Mal ohne öffentliche Unterstützung auskommen ­ das Kulturressort sieht sich nicht in der Lage, dem Regionalverband der Musiklehrer den stets gezahlten Zuschuss für Saalmieten und den Druck des Programms zu gewähren. Dem Regionalverband hat die zuständige Fachreferentin in der Kulturbehörde nach Angaben Kaufmanns ohne Angabe von Gründen die beantragte Unterstützung verweigert. Schriftliche Bitten um eine Erklärung seien ohne Antwort geblieben. Stimmt nicht, sagt Ressortsprecher Christoph Helge Rehders, "wir ha­ben dem Tonkünstlerverband geantwortet und mitgeteilt, dass der bisher aus Wettmitteln gewährte Zuschuss nicht gezahlt werden kann, weil die uns zur Verfugung stehende Summe gekürzt worden ist". Die Kulturdeputation habe inzwischen dem Vorgehen der Behörde zugestimmt. Trotzdem verstehen Hans Wilhelm Kaufmann und seine Kollegen, die die Hausmusikwoche ehrenamtlich organisieren, das Verhalten der Behörde nicht. "Es geht hier nicht um Hundert­tausende, sondern nur um 2400 Euro. Die benötigen wir für Saalmieten und für den Druck des Programms. Und die Mieten wandern quasi nur von einer öffentlichen Tasche in die andere, also vom Kulturressort in die Etats des Focke–Museums, der Hochschule für Künste oder des Kippenberg–Gymnasiums, die Raummieten verlangen. "

Mit Hille der Kulturbehörde und mit Unterstützung von privaten Gönnern die etwa Klaviere zur Verfügung ste­len, finden Jahr für Jahr etwa 30 Konzerte von rund 300 Kindern statt. Für viele dieser Kinder ist das der erste öffentliche Auftritt, für manche Fortgeschrittene aber auch "nur" eines yon vielen Konzerten im Vorfeld yon We­bewerben wie "Jugend musiziert". Die Hausmusikwoche ist nach Auffassung des Tonkünstlerverbandes eine von vielen Aktivitäten, die Kindern den Umgang mit Musik erleichtern soll.

Oder, wie es Bürgermeister Henning Scherf 1999 zur 50. Hausmusikwoche formulierte, "der Grundstein fiir die Musikbegeisterung in unserer Stadt". Der Schirmherr der Musikwoche da­mals: "Jungen Menschen die Möglich­keit zu eröffnen, sich selbst auszudrücken, Freude am Zusammenspiel mit anderen zu finden und sich mit Kunst auseinanderzusetzen – das sind Werte für das ganze Leben und ein Weg, nicht nur im Konsum das Glück zu suchen. "

Dazu fehlen jetzt die 2400 Euro.


„Und es gibt sie doch noch”

Weser Kurier vom 19.November 2004

Bremer Hausmusikwoche startet heute

Von unserem Redakteur Peter Groth

Bremen. Acht Tage, 32 Konzerte, 330 Mitwirkende vom Kleinkind bis zum Rentner am heutigen Sonnabend beginnt die 55. Bremer Hausmusikwoche. Die im Deutschen Tonkünstlerverband zusammengeschlossenen privaten Musiklehrer organisieren einmal im Jahr eine bundesweit einzigartige Konzertreihe.

Musiziert wird von heute bis zum 21. November bei freiem Eintritt im Focke–Museum, in der Waller Immanuel Gemeinde, in St. Martini–Lesum, in der Kirche Unser Lieben Frauen, in St. Ansgarii, im Vietor–Haus des Kippenberg–Gymnasiums, im Vegesacker Kito und in der Hochschule für Künste.

Im Vorfeld der Hausmusikwoche sorgte die Entscheidung der Kulturbehörde, den Veranstaltern den jährlichen Zuschuss von 2400 Euro erstmalig ersatzlos zu streichen, für Unverständnis und Verärgerung. Weil die Waldemar Koch Stiftung, die Sparkasse Bremen und Radio Bremen jeweils einen Teil der entstehenden Kosten übernahmen, kann die Konzertwoche jetzt doch noch in der gewohnten Form stattfinden.

Eröffnet wird die Hausmusikwoche am heutigen Sonnabend um 17 Uhr im Focke Museum, das schon eine halbe Stunde zuvor eine Kurzführung in seinem Schaumagazin zum Thema "Töne" anbietet. Danach spielen Musikschüler auf Blockflöten und Klavier Melodien aus Pop und Klassik. Mit eigenen Konzerten beteiligen sich auch in diesem Jahr wieder die Musikschule Bremen (Sonntag, 11 Uhr, Focke–Museum) und das Orchester der Verdener Kreismusikschule, das am 19. November ab 20 Uhr im Focke Museum „Saitensprünge“ unternimmt. Zu den Höhepunkten der 55. Hausmusikwoche zählen zudem zwei Konzerte in der Hochschule für Künste an der Dechanatstraße. Dort gestalten verschiedene Kammermusik–Ensembles am 17. November ab 20 Uhr einen "Überraschungsabend ", bei dem Kompositionen in der Spannweite von der Alten Musik bis hin zu lrish Folk Tunes zu hören sein werden. Am 20. November können die Besucher in der Hochschule ab 20 Uhr einen Abend erleben, der den Einfluss fernöstlicher Gamelan–Musik auf den französischen Impressionismus untersucht.

Zuhören ist dann auch die Uraufführung der "Metamorphosen" einer Gamelan Suite für präpariertes Klavier zu zwei bis sechs Händen von Andreas Salm.

Deutscher Tonkünstlerverband
Landesverband Bremen
Tel und Fax: (0421) 8 35 77 71
dtkvbremen@gmx.de